Bonn Marathon 2013 – Mission 269

Finisher-Bier

Beim Marathon in Bonn ging ich zum vierten Mal über die volle Distanz an den Start. Mein Ziel war es, unter 4:30 zu laufen. Nach einer Hitzeschlacht 2011 in Mainz und einer teilweise etwas zu laschen Vorbereitung auf den Mannheim Marathon 2012, wollte ich dieses Mal unbedingt unter die 270-Minuten-Marke.

Marathon-Messe am Münsterplatz

Marathon-Messe am Münsterplatz

Am Samstag sind wir mit dem Auto angereist. Meine Frau und ich, außerdem mein Bruder mit seiner Verlobten – in 2 Wochen Frau ;-) Nachdem wir im Hotel eingecheckt sind, sind wir los zum Münsterplatz, wo die Marathon-Messe stattfand. Nach der Startnummernausgabe, haben wir dann alle noch ein paar Euro in Textilien und Schuhe investiert.

Um 6:30 klingelte der Wecker. Zum Frühstück haben wir uns für 7 Uhr verabredet. Das hatte mein Bruder bereits mit dem Hotelier so ausgehandelt, da es in diesem Hotel normalerweise erst ab 7:30 Frühstück gibt. Brötchen waren auch keine da: „In Bonn gibt’s vor 8 Uhr keine Brötchen“ :-) Trotzdem hatten wir ein gutes Frühstück und waren gut gestärkt für die anstehenden Strapazen unsere Rennen.

Foto12

Beim Start

Der Marathon-Start ist in Bonn auf 10:30 Uhr festgelegt. Ein wenig schade fanden wir die Trennung von Halbmarathon und Marathon. Der Start über die Halbdistanz erfolgte bereits um 8:45. So sollten meine Mitstreiter schon über die Ziellinie laufen, wenn ich ins Rennen starten würde. Deswegen habe ich mich nach dem Frühstück nochmal ein wenig hingelegt und versucht mich zu entspannen.

Um kurz nach halb zehn habe ich mich dann mit meiner Frau auf den Weg zum Start am Koblenzer Tor gemacht. Die Bedingungen – für einen Marathon – waren perfekt. 13 Grad und wolkig knapp eine Stunde vor dem Start. Am Start waren es etwa 15 Grad und die Sonne ließ auch noch auf sich warten. Erst auf dem letzten Drittel des Rennens schien dann durchgängig die Sonne. Ab 35km war es dann auch langsam schon etwas zu warm, aber noch kein Vergleich zur Hitzeschlacht in Mainz im Mai 2011 (26 Grad beim Zieleinlauf, über 80% des Laufs in der prallen Sonne).

Auf dem Kurs in Bonn sind zwei Runden zu absolvieren. Der Nachteil liegt darin, dass hierdurch wohl viele Läufer von der vollen Distanz abgeschreckt werden und so in Bonn nur knapp über 1000 Läufer den Marathon in Angriff nehmen. Im Gegensatz zu Mainz bietet Bonn aber die deutlich schönere Strecke und mehr Stimmung.

Nach dem Start rollte ich mich relativ bald gut ein und pendelte mich zwischen 6:05 und 6:15/km ein. Entsprechend meiner Taktik, mit 6:10/km zu starten. So erhoffte ich mir, auch für einen kleineren Einbruch im letzten Drittel, genügend Puffer aufzubauen.

Foto 2-2Nach knapp 18km meldete sich mein Gesäßmuskel. Das machte mich etwas unruhig und ich hoffte, dass sich das wieder legen und der Schmerz nachlassen würde. Jetzt nur keine Zerrung riskieren und kurz das Tempo etwas rausnehmen. Vielleicht war ich den kurzen Anstieg zuvor etwas zu schnell angegangen. Die Halbmarathon-Marke passierte ich bei 2:11. Das war sogar etwas schneller als „geplant“. Der Musculus gluteus maximus hatte sich wieder beruhigt ;-) Ich fühlte mich gut und ich lief weiterhin im geplante Belastungsbereich von noch nicht mehr als 75% der max. Herzfrequenz (geht bis zum Ende hin auf 85%). Kurz nach der HM-Marke ging es dann zum dritten Mal die Kennedy-Brücke hinauf. Auch der dritte Anstieg war noch geschmeidig, die Beine fühlten sich noch nicht zu schwer an. Das fühlte sich auf dem Rückweg dann schon ganz anders an. Aber alles noch im Rahmen. Die normalen Ermüdungserscheinungen ab Kilometer 30 setzen jetzt nach und nach ein. So langsam kam die Sonne auch richtig raus und begann langsam auch etwas zu brennen. Für die letzten 10km sollte das aber kein größeres Problem mehr darstellen.

Foto 5Dort wo mich 21km zuvor mein Gesäßmuskel nervte, hatte ich jetzt nach 38km wieder Probleme. Dieses Mal wurde es mir etwas flau. Evtl. war ich leicht unterzuckert. Vorsichtshalber legte ich für 200m eine Gehpause ein. Danach konnte ich dann wieder normal weiterlaufen. Die Beine fühlten sich jetzt absolut steif an, die Kohlenhydrate waren jetzt wohl ganz aufgebraucht. Trotzdem konnte ich das Tempo weiter bei ca. 6:40/km halten und es sah sogar noch nach Laufen aus.

Foto 3Wenige Meter vor den 4:30-Ballons der Pacemaker kam ich dann ins Ziel. Nach 4:28:15 in neuer persönlicher Bestzeit. Nachdem mir die Finisher-Medaille umgehängt wurde, machte ich mich dann über die Zielverpflegung her. Die ist in Bonn Oberklasse und bietet sogar Kostbarkeiten wie Schmalzbrot und Brot mit Fleischwurst. Wie wir alle wissen, ist Eiweiß sehr wichtig für die Regeneration ;-) Außerdem Schokoriegel und die üblichen Verdächtigen wie z.B. Bananen. Alles in allem ein sehr gut organisierter Marathon auf einer – trotz zwei Runden – sehr schönen Strecke. Die Stimmung an der Strecke und 12 Verpflegungsstationen mit großem Angebot sind ebenfalls positiv zu erwähnen.

Mein Bruder erreichte mit 1:47 sein großes Ziel sub110 beim HM. Seine Verlobte lief sogar in 1:40 ins Ziel, obwohl sie vorher daran zweifelte, die 1:44 vom HM in Frankfurt bestätigen zu können!

Ein Dank auch noch an meine Frau, meinen Bruder und meine Schwägerin in Spe für die Anfeuerungen und die Fotos!

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6 Kommentare zu „Bonn Marathon 2013 – Mission 269

  1. Danke Chris! Ich find die Zeit auch spitze :-) Und auf Grund der Wärme im letzten Drittel bin ich noch mehr zufrieden, dass ich das Tempo einigermaßen halten konnte. Dir auch Glückwunsch zu Deiner PB beim VCM Halbmarathon!

  2. Tolle Medaille. Schön wenn das eigene Ziel erreicht wurde und zwei Runden sind wirklich nicht jedermanns Sache. Aber ich denke auf einer schönen Laufstrecke sollten zwei Runden kein Problem sein. Was sind Deine nächsten Marathon-Ziele?

    1. In diesem Jahr kein Marathon mehr. Ist halt ziemlich aufwändig ;-) Wobei die Vorbereitung selbst schon ein Dauerhighlight war. Am 8.6. laufe ich hier in Mannheim den HM mit dem Ziel 1:52. Im Herbst auch noch einen HM. Mal sehen wo. Als Jahresziel setze icv mir den HM unter 1:50.

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