Lufthansa Halbmarathon 2013 – Neue Bestzeit

mika-chipDieses Frühjahr habe ich mich zum zweiten Mal für den Halbmarathon in Frankfurt entschieden. Bei meinem vierten Start über die halbe Distanz, war es das dritte Mal aus einer Marathon-Vorbereitung heraus.

Mein Ziel bestand darin, meine Bestzeit vom September 2012 (1:57:14 in Worms) etwas zu unterbieten. Dennoch aber sollte ich diesen Wettkampf nicht voll laufen, um in der Marathon-Vorbereitung nicht Substanz einzubußen. Das realistische Zeitziel lag bei 1:56.

Entsprechend meines Zeitziels ergab sich folgende Wettkampftaktik: Bis KM 18 gleichmäßig in 5:30/km laufen. Dann etwas beschleunigen, um im Endspurt noch die Zeitverluste durch den Start und die beiden Verpflegungsstellen wieder rauszulaufen. Die Verpflegung habe ich so geplant: Eine kleine Flasche Wasser (Getränke in Frankfurt erst bei 9,8km) und zwei Gels. Die Gels habe ich nach 5 und 9,8km eingenommen. Jeweils mit ca. 250ml Wasser. Bei der zweiten Verpflegungsstelle, nach ca. 15km, habe ich dann das isotonische Getränk gewählt. Die Verpflegungsstrategie ging voll auf. Beste Verträglichkeit und keinerlei spürbare Einbußen.

Jetzt aber zum Wettkampf:

Start bis 5km

Sonnenschein vorm Start

Sonnenschein vorm Start

Die äußeren Bedingungen für diesen Wettkampf waren fast perfekt. Vorm Start schien sogar noch die Sonne, die sich danach aber wieder verabschiedete – kleiner Abzug in der B-Note. Aber im Gegensatz zum Nordteil der Republik, hatten wir in Frankfurt noch 10 Grad und kaum Wind. Außerdem war es trocken. Bestzeitenwetter! Es waren gut 4.000 Starter, wobei die Veranstalter sogar 4.900 Anmeldungen zu verzeichnen hatten. Da hat wohl die Grippewelle noch ein wenig reingespielt. Mit fast 4.000 Finishern gab es aber trotzdem einen weiteren Teilnehmerrekord.

Mein Bruder Sven (1:50:54) und ich vorm Start in der Arena

Mein Bruder Sven (1:50:54) und ich vorm Start in der Arena

Der Start in Frankfurt erfolgt in mehreren Wellen. Die einzelnen Startblöcke starten ein wenig verzögert. Das hat v.a. mit der Streckenführung auf dem ersten Kilometer zu tun. Der Lauf führt von der Commerzbank-Arena weg, auf zunächst schmalen asphaltierten und sehr kurvigen Wegen. Auch mit Startverzögerung kostet das auf dem 1. Kilometer leider ein wenig Zeit. Ich startete im Block mit der Zielzeit 1:49-1:55. Bei mir kostete die Startphase gut 30 Sekunden. Folglich bin ich den ersten Kilometer bei ziemlich genau 6:00/km gelaufen.

Danach bleibt’s immer noch ein wenig eng und man muss einige Läufer im Zickzackkurs überholen. Manche haben ihre Fähigkeiten vielleicht auch etwas überschätzt und sind den ein oder anderen Block zu weit vorne gestartet. Natürlich versehentlich ;-)

Aber ich kam ab dem zweiten Kilometer dann gut ins Rollen. Nach 5km nahm ich das erste von zwei Gels ein und entledigte mich dadurch auch meiner mitgeführten kleinen Plastikflasche. Hier sollten die Veranstalter in Frankfurt bitte mal nachbessern. Auch bei perfekten Bedingungen benötigen Läufer wie ich mehr Flüssigkeit als andere. Außerdem sind die wenigsten Starter Profis. Viele Läufer und Läuferinnen haben das auch bei meinem ersten Start hier in Frankfurt bemängelt.

10km

Ich rollte gut :-) Um schon gleich den Zeitverlust aus der Startphase wieder reinzulaufen, bin ich die Kilometer jeweils leicht unter 5:30 gelaufen. 5:29, 5:30, 5:29, 5:24, 5:26, 5:24, 5:23, 5:27. Kilometer 10 sogar in 5:17. Das hatte damit zu tun, dass ich vor der ersten offiziellen Verpflegungsstelle einen Zwischenspurt eingelegt habe, um Zeit zu gewinnen.

12km

Der 11. Kilometer folgte dann in 5:19. So hatte ich nach 12km die 30 Sekunden aus der Startphase wieder gut gemacht. Der Schnitt lag jetzt bei etwa 5:30/km. Es fühlte sich weiter locker, aber trotzdem fordernd genug an. Es war ja schließlich – trotz Marathon-Vorbereitung – ein Wettkampf ;-) Trotzdem bremste ich mich dann wieder ein bisschen ein, um meine Ressourcen für den Endspurt zu schonen und trotz Wettkampf-Adrenalin nicht zu überpacen.

15km

Bis Kilometer 15 bin ich gleichmäßig weitergelaufen. Dann folgte die zweite und letzte Verpflegungsstelle gut 6km vor dem Ziel. Ich trank diesmal etwas isotonisches und entschied mich dann, jetzt schon das Tempo etwas anzuziehen. Ich war weiter ziemlich frisch und bekam den Puls eigentlich auch noch nicht über die 80%. Zu lasch wollte ich den Vorbereitungswettkampf dann auch nicht laufen ;-) Kilometer 17 und 18 folgten dann in jeweils 5:14. Puls zwischen 81 und 82%.

18km

Jetzt setze ich zum geplanten Endspurt an. Der sollte für meine Verhältnisse sogar recht furios werden ;-) Ich konnte auf den letzten 3 Kilometern bestimmt noch 50 Läufer und Läuferinnen einkassieren. KM 19 in 5:02, KM 20 in 5:05 und KM 21 in 4:47 (meine aktuelle 10er-Pace). folgten in Richtung Ziel. Es war mittlerweile zwar hart, aber es fühlte sich noch recht flüssig und schmerzfrei an, der Puls ging jetzt in Richtung 90%.

Zielspurt

Laut meinem Forerunner bin ich den Zielspurt sogar mit knapp unter 4 Minuten pro Kilometer gelaufen. Für meine Verhältnisse (1,93m und 96kg) glich das fast einem Flug :-)

Im Ziel stand dann eine neue persönliche Bestleistung auf der Uhr. Mit 1:54:12 fast 2 Minuten schneller als „geplant“ und die alte Bestzeit um drei Minuten unterboten :-)

Fazit

Zielbereich in der Commerzbank-Arena

Zielbereich in der Commerzbank-Arena

Der Wettkampf war eine perfekte Standortbestimmung für den kommenden Marathon und die folgenden 5 letzten Wochen der Marathon-Vorbereitung. Er war auch hart genug. Am Folgetag hatte ich leichten Muskelkater auf den Oberschenkeln und am Oberkörper. Bänder und Sehnen zogen etwas. Aber nicht zu sehr.

Mein Marathon-Ziel von unter 4:30 Std. sollte demnach machbar sein. Ich weiß, dass rein rechnerisch sogar noch viel mehr drin wäre. Aber in Anbetracht meiner bisher bescheidenen 4:47, aus meinem dritten und bisher letzten Marathon im Mai 2012, ist das mit Vorsicht zu genießen. Die diversen Umrechnungsformeln funktionieren meiner Meinung nach eher für Halb- und Vollprofis. Bei mir passt das noch für 5, 10km und den Halbmarathon. Die breite Masse fällt wohl aber auch, mehr oder weniger stark, ab – zumindest wenn man sich die Splits der Ergebnislisten verschiedener Marathons so ansieht. Ein Halber ist eben kein Ganzer :-)

Der Vollständigkeit halber hier noch der Link zu meinen bisherigen Wettkämpfen: Wettkämpfe und Bestzeiten

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4 Kommentare zu „Lufthansa Halbmarathon 2013 – Neue Bestzeit

    1. Ja schade. Vom Treffen habe ich danach gelesen. War mit drei weiteren Personen am Start. Trefft Ihr Euch wieder in Mannheim? Am 8. Juni laufe ich dort den HM. Letztes Jahr hatte ich dort schon Heimspiel beim Ganzen.

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